Geistliches und Gedanken

Geistliche Texte und niedergeschriebene Gedanken die Sie/uns durch die heutige nicht sehr einfache Zeit begleiten sollen.

 

Gedanken in einer besonderen Zeit

 

Angst_Hoffnung
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Angstfieber versus Nüchternheit

Nüchtern und wachsam bleiben — denn Gott wird uns aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen — wieder und immer wieder.

Berge
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Gedanken zum Ewigkeitssonntag

Lockdownam Ende des Kirchenjahres

Erzengel Michael
Bildrechte: Bild von Dimitris Vetsikas auf Pixabay
Der Erzengel Michael und die Coronazeit


Der Sommer ist jetzt endgültig vorüber — und damit auch die Zeit, in der wir uns viel draußen aufgehalten haben. Aber nicht nur die kommende Kälte bringt eine gewisse Strenge mit sich, sondern auch die wieder ansteigenden Corona-Infektionszahlen, die unsere gerade etwas gewonnenen Freiheiten wieder einzuschränken drohen. 
Das stellt uns vor neue Herausforderungen, was das Zusammenleben angeht. Dass die Tage nun wieder kürzer werden und die Nächte länger, unterstreicht diese Herausforderung noch zusätzlich. Die kalte Jahreszeit ist auch die dunkle Jahreszeit. 
Schon seit der Frühzeit der Kirche steht am Beginn dieser Zeit ein Fest im Kirchenjahr, das heute kaum mehr öffentlich wahrgenommen wird: das »Fest des Erzengels Michael und aller Engel.« Es ist um die Zeit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche angesiedelt, am 29. September. 
In der christlichen Tradition steht der Erzengel Michael an der Schwelle des Todes, an der Schwelle des Übergangs, und wehrt alles ab, was diese Schwelle in Richtung des Reiches Gottes nicht überschreiten darf. Deswegen wird Michael auch oft mit einer Waage dargestellt, auf der die Seelen der Menschen gewogen werden, bevor sie ins Paradies eintreten dürfen. Dabei erhebt Michael drohend seinen Speer gegen Dämonen, die versuchen, die Waage zu ihren Gunsten zu manipulieren. 
Bei romanischen Kirchen gilt die Westseite, die Seite des Sonnenuntergangs, als die Seite Michaels, der dort, wo die Sonne abends sinkt, die Mächte der Finsternis abwehrt. Und so wird der Erzengel eben auch gebeten, die Christenheit durch das kommende Dunkel zu begleiten, der Finsternis zu wehren und den Menschen beizustehen. 

In den Klöstern und Kommunitäten wird Michaelis noch mit besonderen Gebetsordnungen gefeiert. Einen alten Hymnus daraus möchte ich hier vorstellen, weil ich glaube, dass er auch uns, die wir in der modernen Welt leben, durch die kommende Zeit begleiten kann als ein tröstliches Gebet.
Er richtet sich an Christus und alle drei in der Bibel erwähnten Erzengel: 

Ewige Freude / aller heil’gen Engel, 
Heiland der Menschen / Retter und Erlöser, 
Christus, verleihe, / dass zu deinem Reiche
einst wir gelangen. 

Michael kämpfe / für die Ehre Gottes, 
Engel des Friedens, / banne Krieg und Unheil, 
schütze die Kirche, / schütze die Erlösten 
vor allem Bösen. 

Gabriel künde / Gottes Plan und Ratschluss, 
Bote des Heiles, / lehre uns, zu glauben 
und das Geheimnis, / das du offenbartest, 
neu zu verkünden. 

Rafael heile / Krankheit und Gebrechen, 
lindre die Schmerzen / spende Trost und Hilfe, 
führe uns Blinde / aus der Erde Dunkel 
zum Paradiese . 

Lob sei dem Vater / auf dem höchsten Throne, 
Lob sei dem Sohne / dem die Engel dienen, 
Lob sei dem Geiste / der mit beiden eins ist, 
immer und ewig. Amen. 
 

Es ist gut und tröstlich, wenn wir uns versichern, dass wir auch durch die kommende Zeit begleitet werden. Michaelis, das Fest des Erzengels Michael und aller Engel, kann uns daran erinnern: Mag es auch dunkler werden, mögen die Infektionszahlen wieder steigen, das bedeutet nicht, dass Gott uns verlässt. 

Seinen Engeln hat der Herr befohlen, 
sie sollen dich behüten auf all deinen Wegen. 
Sie tragen dich auf Händen, 
damit dein Fuß an keinen Stein stößt. 
Lobet den Herrn, ihr seine Engel, 
ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet. 

Ihr Stephan Ranke
 

Was lehrt uns das Coronavirus?

Unverfügbar


Jetzt sollte es doch langsam vorbei sein. 
Jetzt sollten wir doch dieses Corona-Virus langsam im Griff haben. 

Doch immer wieder, 
genau dann, wenn sich langsam das Gefühl einstellen will
sicher zu sein, 
genau dann geschieht wieder ein Ausbruch. 
Und all unsere Macht, 
durch die wir unser Leben beherrschen wollen, 
wird uns wieder aus den Händen gewunden
durch ein kleines, unscheinbares Geschöpf, 
das man mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. 

Es beleidigt unser Gemüt, 
dass wir dieses kleine Ding nicht beherrschen können. 
Es beleidigt unsere Selbstsicherheit, 
dass dieses kleine Ding für uns 
unverfügbar 
ist und bleibt
und damit all unser Planen
und all unser Kalkulieren
und all unser Disponieren
immer nur vorläufig sein kann
morgen vielleicht schon überholt
vom nächsten Ausbruch des Virus, 
den niemand voraussagen kann. 

Damit müssen wir schmerzvoll erkennen, 
was unser ganzes Leben eigentlich schon immer ist. 
Wir haben es bisher nur nicht gemerkt, 
wir haben es verdrängt und nicht wahrhaben wollen, 
dass unser Leben 
unverfügbar 
ist und bleibt
unverfügbar
wie dieses Virus
unverfügbar
wie auch unser Gott. 

Und wir sind abhängig von Ihm. 

Stephan Ranke

Frohe Ostern

Nachrichten … Kommentare … Falschnachrichten …
Wie damit umgehen?

 

 

Für den Umgang mit sich selbst
Aufmunternde Worte aus dem Buch Jesus Sirach (10,28-29)

Mein Kind, habe einen stillen und bescheidenen Sinn
und achte dich selbst, 
indem du deine Seele hochhältst. 
Wer kann den rühmen, 
der sich selbst missachtet? 
 
Jesus
Bildrechte: Pfr. Stephan Ranke

 

 

Gedanken zu Ostern 2020 von Heike Beger 

Die Karwoche ist angebrochen und an deren Ende steht das höchste Fest für uns Christen: das Osterfest. Ein Fest, das wir mit Gebetsnächten , Abendmahlsfeiern, Gottesdiensten, Essen, Ostereiersuchen und Familien-feiern verbinden - also mit Gemeinschaft.  
In diesem Jahr bekommt für mich das Thema Auferstehung noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
 
Lesen Sie dazu weiter in der anhängenden Datei.

 

 

Wurzel
Bildrechte: Stephan Ranke

Psalmen – eine Hilfe zum Gebet


Angesichts der derzeitigen Krise fehlen einem manchmal die Worte. Vor allem, wenn man Ängste und Sorgen hat, wenn es einem an die eigene Existenz geht. Was kann man da noch beten? Die eigenen Worte kommen einem viel zu schwach vor angesichts der großen Nöte rings um uns herum und in uns.

Hier können diese Psalmen eine große Hilfe sein.

 

 

Tafel
Bildrechte: Stephan Ranke

10 Gebote für die Corona-Zeit


Während der Covid-19-Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesell-schaftliche Quarantäne – mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchenopfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen.
 
Psalm91
Bildrechte: Nathan Dumlao on Unsplash

Psalm 91 – Eine Blaupause für ein Gebet in dieser Zeit


Der 91. Psalm – und da vor allem Vers 11 – ist vor allem bei Eltern sehr beliebt, die ein Kind zur Taufe bringen. In diesem Psalm steht vieles, was man sich für das Leben seines Kindes wünscht – und nebenbei auch für das eigene Leben. 
Vieles davon scheint oder ist tatsächlich zur Zeit in Gefahr. Wir wissen nicht, wie es in den nächsten Tagen und Wochen – vielleicht sogar Monaten – mit uns und unseren Lieben, mit unserer Gesellschaft und unserem Staat weitergehen wird. 
Der Psalm 91 kann hier helfen, eine gewisse Eigenstabilität zu behalten. 
Gehen wir davon aus, dass gebetete Worte etwas bewirken – in einem selbst, in der Welt um uns herum – und bei Gott. 
Selbst wenn alles »nur« Selbstbeeinflussung (Autosuggestion) wäre, dann wäre schon allein das hilfreich gegen manche Angst. Aber ein Gebet ist in den Augen von uns Christinnen und Christen eben mehr als das. 
Ich habe diesen Psalm in der Auswahl und der Übersetzung von Jörg Zink gelesen und habe eine Wirkung bei mir selbst festgestellt, die sich schlecht beschreiben lässt. Es ist, wie wenn man einen Schutzmantel umgehängt bekommt. 
Probieren Sie doch aus, ob es Ihnen auch so geht, wenn sie diese Worte des Psalms lesen und beten: 

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, 
wer im Schatten des Allmächtigen ruht, 
darf zu ihm sagen: 
»Meine Zuflucht und meine Burg! 
Mein Gott, auf den ich traue.«
Denn er ist’s, 
der dich rettet aus Gefahr und Verderben. 
Mit seinen Schwingen bedeckt er dich. 
Unter seinen Flügeln findest du Zuflucht. 
Du brauchst dich nicht zu änsten 
Vor dem Grauen, das in der Nacht umgeht, 
vor dem Pfeil, der am Tag fliegt, 
vor der Pest, die im Finstern schleicht, 
vor der Seuche, die in der Mittagshitze wütet. 
Denn du hast Gott zu deiner Schutzwehr
und fliehst zu ihm wie zu einer Burg. 
Kein Unheil wird dir begegnen, 
kein Elend dein Haus umstellen. 

Denn er hat seine Engel ausgesandt, 
die dich behüten sollen
auf allen deinen Wegen, 
dich auf den Händen tragen, 
damit dein Fuß nicht an einen Stein stoße. 
Über Löwen und Ottern wirst du schreiten, 
Löwen und Drachen wirst du zertreten. 

So spricht Gott über dich: 
»Er hat sich auf mich verlassen, 
so will ich ihm helfen. 
Er hat sich an mich gewandt, 
so will ich ihn schützen. 
Er ruft zu mir, so will ich ihn hören. 
Ich bin bei ihm in der Not
Und reiße ihn heraus. 
Ich sättige ihn mit langem Leben
und lasse ihn mein Heil schauen.« 

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Ihr Stephan Ranke